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DSLV Sportlehrertag 2016 - Anmeldung über formix

Der diesjährige Sportlehrertag findet statt am 27.9.16 von 9 - 16 Uhr im Sportforum der CAU.

 

Sportunterricht – aktiv, präventiv, nachhaltig!

Nur der Sportunterricht erreicht alle Kinder und Jugendlichen! Aber: Sportunterricht hat immer noch nicht den Stellenwert, der ihm zukommen müsste.

 

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder und Jugendliche im Minimum eine tägliche körperliche Aktivität von 60 Minuten mit anstrengenden und kräftigenden Anteilen.

Aber: Nur knapp ein Drittel erreicht diese Empfehlungen und ein Drittel gilt mittlerweile bezüglich der körperlichen Leistungsfähigkeit als „abgehängt“.

Am Schultag erteilter Sportunterricht hat unmittelbar positive Auswirkungen auf die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen in den anschließend erteilten Fächer.

Aber: Durchschnittlich stehen nur etwa 2 Stunden Sport pro Woche auf dem Stundenplan.

Der Zusammenhang zwischen Fitness und kognitiver Leistungsfähigkeit korreliert hoch. Die Haltung für ein bewegtes und gesundheitsorientiertes Leben und die Basis körperlicher Leistungsfähigkeit wird für viele Kinder und Jugendliche entscheidend im Sportunterricht gelegt.

 

Qualitativ guter Sportunterricht braucht Fortbildung. Impulse für einen solchen Unterricht will wieder einmal der in Kooperation mit dem IQSH durchgeführte 24. DSLV Sportlehrertag geben.

DSLV Podiumsdiskussion Sportunterricht


Am 29.9.2015 veranstaltete der Deutsche Sportlehrerverband, DSLV im Anschluss an den Sportlehrertag eine Podiumsdiskussion zum Thema

Sportunterricht – so wichtig wie nie!

Nach drei Kurzvorträgen durch Dr. Susanne Krug vom Robert-Koch-Institut Berlin, RKI, Volker Clasen von der Techniker Krankenkasse und Professor Burkhard Weisser vom Sportinstitut der CAU zu Kiel diskutierten die Vortragenden sowie Anke Erdmann in ihrer Funktion als Vorsitzende des Bildungsausschusses des schleswig-holsteinischen Landtages, Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des Institutes für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein, IQSH und Jana Jöhnk von der Landesschülervertretung unter der Moderation von Achim Rix, DSLV.

 

 

Frau Krug stellte in ihrem Vortrag Körperliche und sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - aktuelle Befunde aus KiGGS heraus, dass durch wissenschaftliche Untersuchungen die positiven Effekte von Sportunterricht vielfach belegt sind:

  • Positive gesundheitliche Effekte (USDHHS 1996; Janssen, LeBlanc 2010)
  • Entwicklung, Verbesserung oder Aufrechterhaltung motorischer Fähigkeiten
  • Erwerb wichtiger sozialer Kompetenzen (Diehl et al. 2014)
  • Persönlichkeitsentwicklung und allgemeines Wohlbefinden (Eime et al, 2013)
  • Körperliche Aktivität und Kognition (Hillman et al., 2015)
  • Kontaktmöglichkeiten außerhalb von Familie, Kita und Schule
  • Möglicher Beitrag zur Integration (BMI 2010)

 

Untersuche man das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, sei zwischen körperlicher und sportlicher Aktivität zu unterscheiden.

Zur körperlichen Aktivität gehören alle Formen, die einen im Vergleich zum Grundumsatz erhöhten Energieverbrauch beinhalten, also auch aktive Wegstrecken, alle körperlichen Aktivitäten in der Schule oder der Freizeit.

In Abgrenzung dazu seien sportliche Aktivitäten solche, die durch Planung und Wiederholung gekennzeichnet sind, mit dem Ziel der Verbesserung oder dem Erhalt der körperlichen Leistung.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder und Jugendlichen im Minimum eine tägliche körperliche Aktivität von 60 Minuten mit anstrengenden und kräftigenden Anteilen.

Im Weiteren Verlauf beschrieb Frau Dr. Krug das Untersuchungsdesign von KIGGS 1.[1] Zusammenfassend ergibt sich[2]:

Sporttreiben:

  • Mehr als drei Viertel (78%) treiben in ihrer Freizeit Sport, 60% sind in einem Sportverein aktiv.
  • Insgesamt sind Jungen zwar nicht häufiger sportlich aktiv als Mädchen (79% vs. 76%), üben jedoch signifikant häufiger Vereinssport aus (63% vs. 57%). Dies ist insbesondere auf Geschlechtsunterschiede der 14- bis 17-Jährigen zurückzuführen.
  • Bei Mädchen ist in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen ein vergleichsweise geringer Anteil in einem Sportverein aktiv.
  • Je niedriger der Sozialstatus, desto geringer ist der Anteil der Jungen und Mädchen, die Sport treiben oder in einem Sportverein aktiv sind.
  • Es besteht kein Unterschied zwischen der Vereinsbeteiligung der 3-10 Jährigen zu KiGGS (59,5%) und der Vereinsbeteiligung zu KiGGS1 (60,4%) (p=0,449).

Körperliche Aktivität:

  • ·       Die körperliche Aktivität der Kinder und Jugendlichen ist insgesamt zu gering.
  • ·       Nur knapp ein Drittel erreichen die Empfehlungen.
  • Dies ist u.a. auf die Dauer der sportlichen Aktivität in der Freizeit als auch auf die körperliche Aktivität und die Häufigkeit sitzender Tätigkeiten im Alltag zurückzuführen.

 

Zusammenfassend kam Frau Dr. Krug zu folgendem Resümee:

  • ·       Kinder und Jugendliche in Deutschland treiben zwar häufig Sport, sind aber in ihrer Freizeit deutlich zu wenig körperlich aktiv.
  • ·       Sitzende Tätigkeiten prägen ihr Freizeitverhalten und stellen unabhängig der körperlichen Inaktivität einen Risikofaktor für die psychische, physische und sozioemotionale Gesundheit dar (Tremblay et al., 2011).
  • ·       Kinder und Jugendliche sollten unabhängig von Alter, Geschlecht und Sozialstatus:
  • Ø  körperliche Aktivitätszeiten im Alltag erhöhen
  • Ø  sitzende Tätigkeiten reduzieren
  • Ø  und Sportzeiten erhöhen.

 

Volker Clasen von der Techniker Krankenkasse bezog sich in seinen Ausführungen auf eine durch die TK in Auftrag gegebene FORSA-Umfrage zur „Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen  Deutschland“. Ergebnisse: [3]

·       Nur 25 Prozent der Jugendlichen sind mindestens eine Stunde täglich körperlich aktiv.

·       Ebenfalls 25 Prozent verbringen täglich mehr als eine Stunde vor dem Fernseher.

·    37 Prozent der Jugendlichen surfen täglich mehr als eine Stunde im Internet.

·       22 Prozent verbringen täglich mehr als eine Stunde mit Computerspielen.

·     33 Prozent erledigen nach der Schule mehr als eine Stunde Hausaufgaben.

Differenziert betrachtet ergibt sich:

·  Etwa 75 Prozent der Jugendlichen in Deutschland bewegen sich zu wenig.

·      Zeitvertreib mit Fernsehen, Smartphone oder Computer ist beliebter als Bewegung.

·       Geschlechterunterschied: Fernsehen und Netzwerken ist Mädchen und Jungen gleichermaßen wichtig,

·       Computerspiele sind dagegen eher „Jungsthema“ und

· Mädchen verbringen deutlich mehr Zeit mit Hausaufgaben oder Lesen.

 

Die Effekte eines derart bewegungsarmen Alltags bleiben nicht ohne gesundheitliche Folgen. 26 Prozent leiden unter Kopfschmerzen.

·  Über 30 Prozent leiden an Konzentrationsschwierigkeiten.

·      20 Prozent leiden an Rückenschmerzen.

·     18 Prozent sind häufig schlapp und müde.

·   Der Vergleich zeigt, dass Kinder mit einem aktiveren Alltag weniger Beschwerden haben als Altersgenossen mit weniger Bewegung.

 

Ein Bewusstsein für diese Misere scheint bei den befragten Eltern vorhanden zu sein, ohne dass sie in der Summe über erfolgreiche Strategien zur Intervention für eine bewegungsaktivere Lebensführung verfügen.

 

Die Technikerkrankenkasse unterstützt mit namhaften Beträgen Projekte und Initiativen für eine Bewegungsförderung in KITA und Schule.[4]

 

Professor Weisser bezog sich in seinem Kurzvortrag zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, Fitness und kognitiver Leistungsfähigkeit auf ausgewählte Studien.

  • Der Deutsche Kinder und Jugendsportbericht verzeichne zwischen 1975 und 2000 einen durchschnittlichen Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schüler von 10% in den Bereichen Ausdauer, Koordination und Kraft.
  • Die kardio-vaskulare Fitness im Jugendalter korreliert hoch auch im Langzeiteffekt mit Aspekten der Intelligenz (globale, verbale, logische Intelligenz).
  • Körperliche Interventionen zur Fitness zeigen deutlich positive Effekte auf den Hippocampus, der Region, die u.a. für Gedächtnisleistungen verantwortlich ist. Das zeigte sich im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die solche Interventionen nicht erhielt.
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen von Schülerinnen und Schülern in den 5. bzw. 6. Schulstunden sind dann im Vergleich zu einer Kontrollgruppe signifikant besser, wenn in den Stunden davor eine Sportstunde mit körperlich aktivierender Intervention lag.

Zusammenfassend kommt Professor Weisser zu dem Fazit:

     Interventionen mit Aktivitätssteigerung verbessern die schulische Leistung (in  den anderen Fächern)

       Fitness ist der entscheidende Punkt.

 

In der Diskussion waren sich die Teilnehmenden hinsichtlich der Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport einig.

Achim Rix betonte, dass der DSLV nicht das Fach Sport gegenüber anderen Fächern ausspielen wolle, wohl aber den Stellenwert berücksichtigt wissen wolle, der wie die Vorträge noch einmal veranschaulicht hätten, eindeutig über das Fach hinausreiche. Wenn die WHO- Mindestempfehlung von einer Stunde Aktivität mit mäßig bis sehr anstrengender Intensität nicht erreicht werde, habe das erhebliche gesellschaftspolitische Auswirkungen. Nach BÖS schlafe ein Kind 9 Stunden, sitze 9 Stunden, stehe 5 Stunden und bewege sich nur eine Stunde. Das seien alarmierende Daten. Andere Untersuchungen zeigten, dass gut 22 % der Kinder und Jugendlichen gänzlich inaktiv sind. Im Erwachsenenalter kommen noch ein paar dazu, so dass es rund 33% sind.

 

Herr Clasen unterstützte die Dramatik dieser Aussagen durch das Aufzeigen von langfristigen gesundheitlichen Folgeproblemen wie Diabetes, Übergewicht oder Adipositas und die hieraus entstehenden Folgekosten. Sorgen bereiteten vor alle diejenigen, die von sich aus keine Sportangebote aufsuchen würden. Hier sei der Zugang über den Sportunterricht vielversprechend, denn Sportunterricht erreiche alle Kinder und Jugendlichen, also auch die, die durch soziale oder andere Faktoren nicht ausreichend an Angeboten außerhalb der Schule partizipieren würden.

 

Professor Weisser nannte auf die Frage: Wie muss der Sportunterricht gestaltet sein? die Parameter: Bewegungsintensiv, abwechslungsreich bei mindestens drei Aktivitäten in der Woche. Die Tendenz zu 60 oder 90 Minutenstunden sei in dieser Richtung kontraproduktiv. Noch besser wäre es natürlich täglich einen Belastungsreiz setzen zu können.

 

Frau Jöhnk von der Landesschülervertretung stellte fest, dass die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport den Schülerinnen und Schülern in der Regel nicht bekannt sei. Das würde so nicht vermittelt. Konfrontiert mit einer Untersuchung von BÖS in 5. und 6. Klassen des Gymnasiums, nachdem nur 4 % der Mädchen angaben auch zu schwitzen und der Frage: „Ist Schwitzen uncool?“ sagte sie spontan, dass Schwitzen völlig uncool sei. Viele Mädchen würden in Sorge um das Makeup und auch aus Gründen von weiblicher Peergroup und der Wirkung auf Jungen es vermeiden, zu schwitzen. Die Sportstätten seinen allerdings häufig, was das Duschen beträfe, nicht angemessen gestattet. Sie erlebe Sportunterricht allerdings auch als wenig abwechslungsreich und nicht gut ausbalanciert in Bezug auf die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen.

 

Dr. Riecke-Baulecke hob hierauf die neuen Fachanforderungen hervor, die genaue Leistungserwartungen in der gesamten Vielfalt der Themen beschreiben würden. Beispielsweise sei die Schwimmfähigkeit in den Fachanforderungen als verbindliches Ziel festgeschrieben.

Dem Missstand, dass gerade in der Primarstufe viele Lehrkräfte ohne Fakultas Sport unterrichten würden, begegne das IQSH durch spezielle Fortbildungsangebote für diese Zielgruppe, die sehr gut nachgefragt würden.

 

Frau Erdmann betonte, dass über alle Fraktionen hinweg das Thema Bedeutung von Sport noch ausbaufähig sei, wenn auch im Grundsatz Einigkeit darüber herrsche. Dem bildungspolitischen Missstand, dass nur jedes zweite 10jährige Kind schwimmen könne, müsse begegnet werden. Hier seien auch die Kommunen gefordert, was die Bereitstellung von Schwimmstätten beträfe. Allerdings sei die Haushaltlage des Landes angespannt und durch die Schuldenbremse erheblich eingeschränkt. Die Kooperation mit Vereinen sei als eine Möglichkeit auszubauen.

 

Auf die Frage, wie Fortbildungswünsche und –bedarfe von Kolleginnen und Kollegen einerseits und die Möglichkeit zur Nachfrage andererseits besser in Deckung gebracht werden können, stellten Frau Erdmann und Dr. Riecke-Baulecke das Ziel der Landesregierung, die Unterrichtsversorgung zu sichern, als prioritär heraus. Dadurch seien die Schulleitungen, was die Freistellung von Lehrkräften zu Fortbildungsveranstaltungen, wie z.B. dem Sportlehrertag, eingeschränkt. An diesem Umstand können man zur Zeit wenig ändern.

 

Notwendig erschien allen eine Bildungsdebatte zu führen, die die Fokussierung auf sogenannten „Kernfächer“ (Deutsch, Mathe, Naturwissenschaften, Englisch) relativiert und den musisch-ästhetischen Bereich wieder den Stellenwert einräumt, der ihm zukommt. Hier hätte sich wohl auch in Folge der Pisa-Ergebnisse eine Verengung der Bildungsdebatte ergeben, der man mit den auch hier in der Diskussion aufgezeigten Befunden entgegentreten müsse.

 

 

Achim Rix resümiert die Diskussion um „Sportunterricht – so wichtig wie nie! mit einem sportlichen Bild:

Der Ball rolle von alleine den Berg hinab. Man würde aber Menschen brauchen, die ihn wieder hinauf bringen. Unterstützen Sie dieses Anliegen!

 



[1] vgl. hierzu die Veröffentlichungen des RKI sowie http://edoc.rki.de/oa/articles/relsecOPHagsg/PDF/29Z1rP6o7dbw.pdf

[2] vgl. Präsentation Dr. Krug, 29.9.2015

[3] vgl. Präsentation Volker Clasen Techniker Krankenkasse 29.9.205

[4] siehe Techniker Krankenkasse

Achim Rix verteilt den "Blumenstrauß des Sportlers" - ein DSLV-Handtuch

NEWS 2015

Inklusionsfackellauf

http://www.kn-online.de/Veranstaltungen-Kiel/Kieler-Woche/Kieler-Woche-2015/Kieler-Woche-2015-Fackellauf-des-Netzwerks-Inklusion-Deutschland

 

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